Aufnahme Schulen

ALLGEMEINES AKKREDITIERUNGSREGLEMENT
FÜR SCHULEN UND AUSBILDUNGSSTÄTTEN (ARS)

 
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ART. 1 ZIELSETZUNG DER STIFTUNG ASCA

Nachfolgend legt der Stiftungsrat der ASCA seine Anerkennungskriterien für Ausbildungsstätten im Bereich Komplementärmedizin fest. Zielsetzung ist hierbei einerseits die Harmonisierung der Lehrpläne im Bereich Komplementärmedizin, die Erhöhung ihres Qualitätsniveaus und die Vereinheitlichung und Optimierung der Ausbildung sowie andererseits die Berücksichtigung der einschlägigen, von den Behörden im Gesundheitsbereich möglicherweise getroffenen Entscheidungen. Unter Beachtung der Autonomie und Philosophie einer jeden Schulungseinrichtung hat die ASCA Stiftung in Zusammenarbeit mit Spezialisten aus den Bereichen Medizin und Komplementärmedizin ein Ausbildungskonzept erstellt. Dieses Konzept soll eine effiziente, auf drei aufeinanderfolgende Stufen aufgeteilte Grundausbildung gewährleisten. Diese Lehrmethode verfolgt das Ziel, zukünftig den Praktizierenden angemessene und vollständige Ausbildungen zuteilwerden zu lassen. Zusätzlich zu den Grundkursen ist eine spezifische Fachausbildung in Form einer Weiterbildung erforderlich. Die Weiterbildungskurse richten sich ausschliesslich an diplomierte Gesundheitspraktiker. Die Weiterbildung ist obligatorisch und nicht freiwillig. Nach Abschluss eines jeden Kurses sind die erforderlichen Nachweise von den entsprechenden Schulen auszustellen. Diese Harmonisierung bietet dem Studierenden die Möglichkeit, sich in verschiedenen ASCA-anerkannten Schulen bis zum allfälligen Erreichen eines Fähigkeitszeugnisses auf Universitätsniveau fortzubilden.


ART. 2 GRUNDAUSBILDUNG

Stufe 1
Diese beinhaltet ausschliesslich das theoretische Grundstudium von Anatomie, Pathologie und Physiologie. Mindestanforderungen: 150 Std. Das Grundstudium muss mit einer Prüfung abgeschlossen und im Erfolgsfall mit einem Diplom bestätigt werden. Unabhängig von der gewählten Ausbildung ist die Absolvierung der Stufe 1 obligatorisch. Davon ausgenommen sind Ärzte sowie medizinisches und paramedizinisches Fachpersonal.

Stufe 2
Diese beinhaltet die praktische und/oder theoretische Ausbildung der jeweiligen Gesundheitsmethoden. Diese Ausbildung kann an derselben Schule, welche Stufe 1 unterrichtet, oder an einer anderen Schule gemacht werden. Vorzugsweise sollten die Schulen durch die Stiftung ASCA anerkannt sein. Die Ausbildung der Stufe 2 muss mit einer praktischen und/oder theoretischen Prüfung abgeschlossen werden. Die Prüfungen können durch neutrale Experten von der Stiftung ASCA kontrolliert werden. Nach erfolgreicher Prüfung muss den Studierenden ein Diplom und eine Bestätigung mit ausgewiesener Stundenanzahl übergeben werden.

Stufe 3
Diese beinhaltet ausschliesslich das Studium von Anatomie, Physiologie und Pathologie sowie der Anamnese und Diagnostik unter Berücksichtigung der medizinischen und paramedizinischen Anforderungen. Minimalstundenanzahl: 300 Stunden.
Die Stufe 3 ist für einige Gesundheitsmethoden, wie zum Beispiel für Naturärzte und Homöopathen, obligatorisch. (s. Methodenliste). Davon ausgenommen sind Ärzte sowie medizinisches und paramedizinisches Fachpersonal.

ART. 3 WEITERBILDUNG

Die Schulen sind verpflichtet, Studierende, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben und eine Zulassung bei der ASCA-Stiftung beantragen, darauf hinzuweisen, dass sie hierfür alle zwei Jahre mindestens 32 Stunden in Weiterbildungskursen nachzuweisen haben. Diese Kurse müssen in erster Linie auf die Kenntnisse der Krankheitsbilder sowie die Behandlungsmethoden im Rahmen der Gesundheitsmethoden, für die sie zugelassen wurden, ausgerichtet sein. Die Studierenden haben die Möglichkeit, ihre Weiterbildung in der Schule ihrer Grundausbildung zu absolvieren, sofern diese zur Erbringung dieser Lehrgänge zugelassen ist. Wichtig Jede Schule bestimmt ihre Ausbildungsstufe, mit welcher der bestmögliche Unterricht gewährleistet wird (Stufe 1, 2 oder 3) und reicht das Anerkennungsgesuch ausschliesslich für diese Stufe ein. Die Stiftung ASCA behandelt alle Anerkennungsgesuche gleich und sorgfältig. Neu gegründete Schulen erhalten die ASCA Anerkennung provisorisch, bis der erste Studienlehrgang abgeschlossen und die Diplome überreicht sind. Anschliessend daran kann die Schule, nach einem Kontrollbesuch, definitiv anerkannt werden.

ART. 4 AUFNAHMEBEDINGUNGEN

    a. Für das Anerkennungsgesuch zur Ausbildungsstufe bzw. zu den Ausbildungsstufen, mit welchen der bestmögliche Unterricht gewährleistet wird, hat die Schule ihre Lehrmethode zu definieren. Die ASCA behandelt sämtliche Anerkennungsgesuche mit der gleichen Sorgfalt und Strenge.
    b. Die ASCA verweigert die Anerkennung einer Schule, welche die Grundprinzipien des „ASCA-Konzepts“ nicht beachtet, wie sie insbesondere in der ASCA-Charta und im Ethikkodex des ASCA-Gesundheitspraktiker festgeschrieben sind, sowie aus anderen, ihr vorbehaltenen Gründen.
    c. Die Anerkennung geschieht auf vertraglicher Grundlage und wird nur für ein Jahr erteilt. Sie tritt mit Entrichtung der Jahresgebühr in Kraft. Werden die Aufnahmebedingungen beibehalten, kann sie für ein Jahr sowie danach jeweils jährlich verlängert werden.

ART. 5 VERPFLICHTUNGEN DER SCHULE

  1. Um unter der Rubrik „Schule“ geführt werden zu können, hat die Einrichtung über für die Anzahl der aufgenommenen Studierenden angemessene Räumlichkeiten zu verfügen. Diese haben gesundheitsverträglich und für den Unterricht geeignet zu sein.
  2. Unabhängig von ihrem juristischen Status muss die Schule eine minimale administrative Struktur vorweisen können, damit eine klare und transparente Kommunikation gewährleistet werden kann. Die Identität muss mindestens eine Festadresse mit Telefonnummern und Fax vorweisen. Zusätzlich muss eine Internetseite und/oder eine E-Mail Adresse vorhanden sein.
  3. Die Stiftung ASCA behält sich das Recht vor, die Räumlichkeiten der Schulen jederzeit ohne vorherige Ankündigung in Augenschein zu nehmen. Die Schulen werden darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie den Kriterien der Stiftung ASCA zu entsprechen haben.
  4. Im Falle offensichtlicher Nichtübereinstimmung bzw. Nichterfüllung der anderen Aufnahmebedingungen (Art. 4) wird die Schule nach erfolgter Verwarnung mit sofortiger Wirkung aus dem Verzeichnis der ASCA- anerkannten Schulen gestrichen und hat die sich daraus gegenüber Dritten ergebenden Folgen (Bruch von Verträgen, Entschädigungen usw.) allein zu tragen.
  5. Die Dozierenden der 1. und 3. Stufe müssen zumindest über einen Lizentiats- /Masterabschluss bzw. einen Bachelorabschluss oder ein entsprechendes Diplom in Verbindung mit den von ihnen unterrichteten wissenschaftlichen, medizinischen bzw. paramedizinischen Fächern verfügen.
  6. Die Lehrkräfte der Stufe 2 (methodenspezifische Ausbildung) müssen mindestens fünf Jahre Berufserfahrung in diesem Gebiet nachweisen und ihre Ausbildung mit einem Diplom abgeschlossen haben.
  7. Lehrkräfte für Weiterbildung benötigen einen Fachausweis, sofern sie naturwissenschaftliche und oder medizinische Fächer unterrichten. Lehrkräfte für ASCA-anerkannte Gesundheitsmethoden benötigen eine fachspezifische Ausbildung und müssen mindestens fünf Jahre praktische Erfahrung vorweisen können.
  8. Die vorgeschriebene Stundenanzahl muss den offiziellen Verordnungen entsprechen, sofern kein anderes Übereinkommen zwischen der Schule und der Stiftung ASCA vereinbart wurde. (s. Methodenliste).
  9. Die Schule verfügt über Unterlagen, in denen die einzelnen Methodenkurse aufgelistet sind, ein Ausbildungsprogramm sowie Kostenangaben für jeden Kurs.
  10. Die Schule verlangt von jedem Student mindestens drei schriftliche therapeutische Fälle (nur für die Stufen 2 und 3), die von der Lehrerschaft überprüft und korrigiert werden.
  11. Die Schulen haben auf den von ihnen verliehenen Zertifikaten und/oder Abschlussdiplomen die jeweilige Ausbildungsstufe sowie die genaue Bezeichnung der einzelnen Therapien anzugeben. Darüber hinaus ist ein Anhang mit Angabe der pro Therapiemethode absolvierten Stundenanzahl vorzulegen (siehe Methodenliste). Andere, in der Methodenliste nicht aufgeführte Therapiebezeichnungen, werden nicht berücksichtigt.
  12. Unterstützendes Schulungsmaterial für den Unterricht und für das Studium muss den Studenten zur Verfügung gestellt werden.
  13. Die Stiftung ASCA anerkennt keine Schulen, die ihre Ausbildungen als Fernlehrgänge anbieten.
  14. Schulen im Ausland können die ASCA Anerkennung erlangen, sofern ihre Ausbildung den ASCA-Anforderungen entspricht.

ART. 6 ORGANISATION DER LEHRGÄNGE

  1. Den Studierenden der Stufe 2 ist es freigestellt, Stufe 1 in einer anderen ASCA- anerkannten Schule zu besuchen.
  2. Zur Verkürzung der Ausbildungszeit können die Studierenden Stufe 1 und 2 gleichzeitig absolvieren. Wichtig ist, dass die geforderte Stundenanzahl erbracht wird.

ART. 7 ÜBERPRÜFUNG DER ANERKANNTEN SCHULEN

ASCA behält sich das Recht vor, jederzeit die Qualität von Unterricht und Ausbildung in den Schulen zu überprüfen und hat die Möglichkeit, eine Expertengruppe zur Überwachung der Abschlussprüfungen in die Schulen zu entsenden.

ART. 8 ANERKENNUNG DER ABSCHLÜSSE UND ZERTIFIKATE

Die seitens der ASCA-anerkannten Schulen erteilten Zertifikate und Abschlüsse sind von sämtlichen ASCA-anerkannten Schulen anzuerkennen. So besteht für Schüler der Stufe 2 der Therapieausbildung die Möglichkeit, die Kurse der Stufe 1 in einer anderen ASCA-anerkannten Schule zu absolvieren.

ART. 9 ZUSTIMMUNG UND INKRAFTTRETEN

Der ASCA-Stiftungsrat hat das vorliegende Reglement am 2. Juni 2005 beschlossen. Es wurde am 22. März 2007 und 16. Dezember 2010 abgeändert. Es tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft.

ART. 10 GEBÜHREN UND KOSTEN

Der Stiftungsbeirat der ASCA-Stiftung legt den Betrag für die Gebühren und Kosten für die Anerkennung der Ausbildungsstätten, für die Überwachung der Schulen sowie für die Kontrollmassnahmen fest.

  1. Für die Überprüfung des Anerkennungsgesuchs sind seitens der Schule CHF 340.- zu entrichten.
  2. Wird das Anerkennungsgesuch angenommen, beträgt der (anteilig berechnete) Jahresbeitrag CHF 225.-- für eine Ausbildungsstufe und erhöht sich mit jeder zusätzlichen Stufe um CHF 115.--. Die Weiterbildung gilt als Ausbildungsstufe.
  3. Die unangekündigten Kontrollbesuche an den Schulen sowie die seitens der Direktion bzw. durch von der ASCA-Stiftung benannte Experten durchgeführte Überwachung der Abschlussprüfungen werden jeweils mit einer Gebühr von CHF 300.- in Rechnung gestellt. Darüber hinaus gehen die aus der Nichterfüllung der vorliegenden Bedingungen erwachsenden Kosten vollumfänglich zu Lasten der betreffenden Schule. Sie können jedoch CHF 1‘000.- nicht übersteigen.



Freiburg, 1. Januar 2013, der ASCA-Stiftungsrat
Letzte Änderungen: 20. Dezember 2012 gemäss Stiftungsratsbeschluss.

Die weibliche Bezeichnung wird mit der Schreibweise der männlichen Form oder der Mehrzahl miteinbezogen. Das vorliegende ARS ist aus dem Französischen übersetzt. Im Falle von Streitigkeiten ist der französische Text massgebend.